Interview

Wie bist du auf das Projekt gekommen?

Die Elektrofahrräder sind ein neuer Markt. In der Regel verwenden konventionelle Fahrradproduzenten ein System wie beispielsweise den Bosch Mittelmotor. Schlimmstenfalls befindet sich der Akku auf dem Gepäckträger. Diese Elektrofahrräder wirken klobig und hatten früh das Image eines Seniorenrads. Seit einigen Jahren kommen neue Fahrradproduzenten auf den Markt, die die Elektronik selbst entwickeln. Die Eigenentwicklung ist die Voraussetzung für ein minimalistisches und voll integriertes Design.

Ich bin seit langem mit Michael Ruffer befreundet, einem Elektrotechniker an der Uni Würzburg. Er ist zuverlässig und hat viel Erfahrung im Bereich Akkutechnik und Hardwareprogrammierung. Ihn habe ich zuerst gefragt. Mit ihm zusammen wollte ich immer ein Projekt starten. Seine Zusage war die Voraussetzung das Projekt überhaupt anzustoßen.

Wer ist an dem Projekt beteiligt und wie habt ihr euch gefunden?

Als zweites habe ich meinen Freund Matthias Lingner angesprochen. Er ist Gründer und Geschäftsführer von Wingwheels, einem Händler für hochwertige Elektrofahrräder. Ihn habe ich von Beginn an mit eingebunden.

Den Designer und Konstrukteur musste ich lange suchen. Ich bin alle Berliner Fahrrad-Cafés abgefahren und Facebook-Profile durchgegangen. Alle Wege führten zu einer einzigen Person: Florian Haeussler. Er hat zunächst für die Automobilindustrie als CAD-Designer gearbeitet. Heute produziert er customized Reiseräder unter der Marke Fern. Er ist ein Glücksfall.

Michael Ruffer und Florian Haeussler haben das GEOS maßgeblich entwickelt. Matthias Lingner ist exklusiver Vertriebspartner.

An dem Erfolg des Projektes sind aber wesentlich mehr Leute beteiligt. Wir haben sie ausschließlich über unser persönliches Netzwerk gefunden: Peter Rumsch für die Finite-Elemente-Modellierung der Festigkeit, Jan Picalek für die chemische Nickelbeschichtung, Daniel Stockhaus für das online Marketing, Robert Baumgartner für den Webshop, Sebastian Burgold für Fotografie und Film, sowie viele weitere Freunde und Bekannte aus Berliner Fahrradszene.

Was war das Ziel am Anfang und hat sich das im Verlauf des Projekts geändert?

Es gab nur ein einziges Ziel: die Entwicklung eines minimalistischen und voll integrierten Elektrofahrrads.

Der Gewinn steht nicht im Vordergrund. Wenn wir aus Leidenschaft arbeiten, stellt dich der wirtschaftliche Erfolg von alleine ein.

Wie wird das Projekt finanziert?

Ich bin Geologe und habe in 2000 die Geonet GmbH gegründet. Wir bieten öffentliche Ausschreibungen und private Anfragen für Firmen an, die im Bereich Geowissenschaften tätig sind. Ich habe die Entwicklung des GEOS aus dem Cache-flow finanziert ohne Darlehen oder einem externen Investor. Die Geonet ist in einer Hand und finanziell unabhängig.

Warum eigentlich ein E-Bike?

Das Elektrofahrrad ist die wunderbare Kombination aus Fahrrad und Motorrad. Nur selber treten ist anstrengend und nur sitzen ist langweilig. Wie so oft im Leben gilt auch hier der Grundsatz, die Wahrheit liegt in der Mitte. Der Fahrer stellt per Knopfdruck ein, wo seine Mitte liegt.

Es gibt in der Stadt kein besseres Verkehrsmittel als das Elektrofahrrad, sofern es nicht regnet und kein großes Gepäck transportiert werden muss. Das Elektrofahrrad vereint die Flexibilität eines Fahrrads mit der Bequemlichkeit eines Motorrads.

Was ist das Besondere an eurem Fahrrad?

Das besondere ist das Design. Wir verwenden einen Stahlrahmen. Der Rahmen wurde Millimetergenau konzipiert, so dass die Elektronik und Leitungen ganz genau integriert werden können. Der Rahmen ist kein Kompromiss zwischen Design und Integration, sondern er ist auch für sich betrachtet wunderschön. Der Rahmen kann auch ohne Elektronik für ein konventionelles Fahrrad verwendet werden.

Was sind eure Ziele für die nächsten 6-12 Monate

Das oberste Ziel ist Zuverlässigkeit. Daher werden in der Anfangphase nur geringe Stückzahlen produzieren, um auf Änderungswünsche schnell reagieren zu können. Wir werden die ersten 50 GEOS nur an Freunde und wenige ausgewählte Kunden verkaufen. Erst danach starten wir eine Crowdfunding Kampagne. Die erste große Serie planen wir für den Sommer 2018.

Was können wir von euch in der Zukunft erwarten?

Es wird nur ein einziges Modell geben. Das Modell kann über einen Konfigurator individualisiert werden. Es wird auch keine grundlegenden Modellwechsel geben. Wir werden das GEOS allerdings kontinuierlich weiterentwickeln, indem wir gegebenenfalls einzelne Komponenten austauschen. Das GEOS bleibt auch in Zukunft aktuell.

Die entscheidenden Weiterentwicklungen wird es bei der Elektronik geben. Die Hardware ist bereits darauf vorbereitet. Die Software ist aufwärtskompatibel. Jeder Käufer wird durch ein Update von den Weiterentwicklungen profitieren können.

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